Kellers brauen das «Chäswiler» Dorfbier
Ein Deitinger Ehepaar braut seit 2018 in der Freizeit Bier. Kürzlich wurde der Braukeller fertig, wo nun das «Chäswiler» Dorfbier entsteht. Claudia Keller hat ein besonderes Hobby. Sie braut in ihrer Freizeit gemeinsam mit ihrem Ehemann Bier.

Seit einem Jahr haben die beiden eine eigene Biermarke. Zudem wurde ein Verein für die Fans des neuen «Chäswiler» Biers gegründet. Nun, da der Umbau des Braukellers beendet ist, kann das grosse Brauen losgehen.

Die Geschichte des «Chäswiler» Biers begann zu Beginn des Jahres 2018 als Claudia und Daniel Keller – die beiden wohnen in Deitingen und haben zwei Kinder – nach Zürich fuhren, um dort einen Bierbrau-Kurs zu besuchen. «Danach ging das Ausprobieren und Experimentieren los», erklärt Claudia Keller. «Wir wussten damals ja nicht, ob sich unsere Idee eines eigenen Biers überhaupt umsetzen liesse.»

Die Kellers hatten allerdings keinen Grund zur Sorge. Bald hatten sie die ersten 30 Liter gebraut. Es ging dann auch nicht mehr lange, bis sie einen Namen für das Bier gefunden hatten: «Chäswiler». Der Name nimmt Bezug auf Deitingen, das während der Fasnacht «Chäswil» heisst. «Unsere Idee war es, ein dorfeigenes Bier zu brauen, deshalb haben wir uns für diesen Namen entschieden.»

Premiere am Deitinger Dorffest Seit über einem Jahr sind Claudia Keller und ihr Mann nun schon Bierbrauer. Wie ist es denn, als Frau in dieser männerdominierten «Brauerwelt»? «Man merkt natürlich schon, dass man als Frau eher eine Seltenheit darstellt unter Brauern. Ich fühle mich aber vollkommen von den anderen Brauern akzeptiert. Es spielt keine Rolle, ob man eine Frau oder ein Mann ist, solange man etwas vom Bierbrauen versteht», lacht Claudia Keller. Und das tut sie eindeutig. Auf die Frage, was ihr denn am Bierbrauen so gut gefalle, meint sie: «Eigentlich alles. Es ist faszinierend, dass aus wenigen Zutaten ein Bier entstehen kann. Ausserdem kann man beispielsweise mit ein wenig mehr Hopfen oder mit einer anderen Hefesorte ein Bier brauen, das dann ganz anders schmeckt als das vorherige.» Vom «Chäswiler» Bier gibt es mittlerweile schon vier Sorten: Das untergärige Dorfbier, ein obergäriges Weissbier, ein IPA (India Pale Ale) und ein Simcoe. «Irgendwann wollen wir sicher noch ein Lagerbier anbieten können und vielleicht noch ein Dunkles.»

Genug Platz zum Ausprobieren und Produzieren haben die Kellers nun. Kürzlich wurde nämlich ihr «Braukeller» fertig. Dort finden sich grosse Kessel, in denen das Bier gärt, und im Kühlraum stapeln sich Harassen. «Im Moment gären gerade 400 Liter für das Deitinger Dorffest, das Ende August stattfindet.» Das Dorffest soll das «Start Up» des «Chäswiler» Biers werden, denn dort wird es zum ersten Mal überhaupt an einer öffentlichen Veranstaltung verkauft und alle können es probieren. «Wir freuen uns natürlich riesig darauf, schliesslich ist es ja ein dorfeigenes Bier, es gibt keinen besseren Anlass, um durchzustarten», meint sie begeistert. Auch der Verein «Bierfründe Deitige» (siehe Kasten) wird am Dorffest vertreten sein. Er wurde letzten Sommer gegründet und dient dazu, das «Chäswiler» Bier zu unterstützen. Nach dem Dorffest wollen die Kellers allerdings nicht ausruhen. «Wir würden unser Bier gerne an einem regelmässigen Rampenverkauf hier bei uns verkaufen. Zudem würden wir es gerne auch an Feste liefern, seien dies Geburtstage oder grössere Veranstaltungen wie das Dorffest», erklärt Claudia Keller. Das Brauen soll allerdings ein Hobby bleiben, das sie und ihr Mann mit Leib und Seele ausüben. «Wir möchten gerne weiterhin eine übersichtliche Menge von unserem Chäswiler produzieren, bei der die Qualität stimmt.» 

(Quelle: Solothurner Zeitung)



Na dann Prost!

Bierbrauen ist derzeit Kult – und für viele ein faszinierendes Hobby. Naheliegend, dass die Post die Bierbraukunst mit zwei Sondermarken würdigt. Was steckt hinter der Faszination am altehrwürdigen «Gerstensaft»?
Schon sein Vater und sein Götti brauten Bier. Später weckte seine Frau mit einem Geburtstagsgeschenk seinen Bierbraugeist. Heute brauen und experimentieren sie zusammen mit Hopfen und Malz. Die Rede ist von Daniel Keller, Kundenberater bei PostFinance und seiner Frau Claudia.

Der Weg zum perfekten Rezept

Nach vielen Durchgängen mit verschiedenen Rezepturen entwickeln die Kellers ihr «Chäswiler Dorfbier», ein bernsteinfarbenes, würziges Märzen. Daniel als ehemaliger Koch und Claudia, die früher in einem Labor gearbeitet hat, bringen beste Voraussetzungen mit, um den raffiniertesten Geschmacksnuancen auf die Spur zu kommen. Natürlich gibt es beim Experimentieren auch kleine Pannen. «Einmal ist der Malz im Kessel, die Maische, festgehockt. Es roch ziemlich verbrannt und wir mussten 200 Liter Bier wegwerfen. Und was uns auch reute waren die 15 Stunden verlorene Brauzeit.», so Daniel. Übung macht den Braumeister bzw. die Braumeisterin.
Mittlerweile haben Kellers von hellem Lagerbier bis hin zu dunklem Ale viele verschiedene Biersorten gebraut. Und das mit Erfolg. Denn an einem Fussballmatch kommt dem Gemeindepräsidenten von Deitingen zufällig zu Ohren, dass es Bierbraukünstler in seinem Ort gibt. Promt beauftragt er die Kellers, das «Chäswiler Dorfbier» als Festbier zur 775-Jahr-Feier von Deitingen zu brauen. Eine Herausforderung, die die Hobbybrauer gerne annahmen.
Neue Anlage fürs Dorffest

Gesagt, getan. Nur, jeder weiss: An Dorffesten hat es viele durstige Kehlen. Wie also sollte das gehen mit einer Anlage, die ca. 30 Liter Bier produziert pro Durchgang? Kein Problem für die Kellers, die Gunst des Augenblicks nutzend haben sie in der Zwischenzeit grössere Braukessel und eine richtige Anlage mit Kühl- und Gärungsraum aufgebaut. Kapazität: bis zu 250 Liter pro Durchgang. Damit können die Beiden genügend Hopfensaft brauen. «Es wird hoffentlich niemand verdursten», so Daniel lachend, «wir freuen uns auf das Fest und auf die Reaktionen der Leute».

Überschäumende Biergläser und geschichtsträchtige Brauereien: die Sondermarken zur «Bierbraukunst»

Zeitgleich mit dem Verkaufsstart des «Chäswiler Dorfbiers» lanciert die Post eine neue Sondermarkenausgabe, die der «Bierbraukunst» gewidmet wird. Die Zürcher Gestalterin Dina Mory hat das Jahrtausende alte Kulturgut auf einem Kleinbogen mit acht Briefmarken visuell umgesetzt. Die wunderbaren Illustrationen der Braukessel und der Rohstoffe Hopfen und Weizen zeigen die wichtigen Bestandteile der «Bierbraukunst». Das helle und das dunkle Bier sowie die zwei unterschiedlichen Biergläser symbolisieren die Sortenvielfalt der Schweizer Biere.

Von der Bieridee zur Briefmarke

Entstanden sind die Sondermarken durch eine «Bieridee» aus dem Produktmanagement Briefmarken und Philatelie. Das Produktmanagement kann einen Teil der jährlich 30 umgesetzten Briefmarkenthemen selber bestimmen. Diese müssen gewisse Bedingungen erfüllen, sie sollen gesamtschweizerisch eine breite Zielgruppe ansprechen und kulturell relevant sein. Diese Kriterien erfüllen die Briefmarken zur «Bierbraukunst» mehr als genügend, so wurden sie auch von der Briefmarkenkommission gutgeheissen. Die Sondermarken sprechen sogar verschiedene Zielgruppen an: Biergeniesser, aber auch Schönfrankierer, Sammler und Philatelisten. Schliesslich sind die Briefmarken gummiert und nicht selbstklebend – ein wichtiges Kriterium für Sammler. Die neuen Sondermarken sind ab heute in allen Filialen der Post und im Postshop erhältlich.
(Quelle: Postzeitung Lupe)
Bildercopyright by: Monika Flückiger